Für viele Reisende klingt die Kombination zunächst ideal: Vietnam und Kambodscha auf einer Reise erleben, kulturelle Höhepunkte entdecken und die Route anschließend mit einigen Tagen am Meer ausklingen lassen. Auf dem Papier scheint es einfach, zwei Küstenziele miteinander zu verbinden. In der individuellen Reiseplanung zeigt sich jedoch schnell, dass geografische Nähe nicht automatisch eine stimmige Reisekombination bedeutet.
Gerade bei privaten Luxusreisen spielen Faktoren wie Reisezeit, Transfers, persönliche Interessen und das gewünschte Tempo eine entscheidende Rolle. Ein zusätzlicher Strand kann eine Reise bereichern – er kann aber ebenso Zeit kosten, ohne das eigentliche Reiseerlebnis zu verbessern.
Wie erfahrene DMCs mit diesem Spannungsfeld umgehen, welche Rolle die Saison spielt und warum eine gute Reiseplanung manchmal auch darin besteht, von einer scheinbar attraktiven Kombination abzuraten, erklärt Dr. Pham Ha, Founder & CEO von Lux Travel DMC, im folgenden Gespräch.
Dr. Pham Ha: Weil eine gute Reise nicht allein auf der Landkarte entsteht. Vietnam und Kambodscha liegen zwar nah beieinander und beide Länder bieten attraktive Küstenregionen. Daraus folgt aber noch nicht, dass zwei Strandaufenthalte innerhalb derselben Reise sinnvoll sind.
Die wichtigere Frage lautet: Was soll der Strandaufenthalt für diese konkrete Reise leisten? Möchte der Gast nach mehreren Kulturtagen einfach zur Ruhe kommen? Sucht ein Paar Privatsphäre und Wellness? Möchte eine Familie Zeit am Meer verbringen? Oder geht es vor allem um Natur und Aktivitäten?
Erst wenn wir das wissen, können wir entscheiden, welcher Ort wirklich passt. Ein Strand ist nicht automatisch eine Bereicherung, nur weil er schön ist.

Pham Ha: Wir beginnen mit dem Gesamtbild. Dazu gehören natürlich die Interessen des Reisenden, aber auch die Reisezeit, die geografische Logik und die tatsächliche Zeit, die unterwegs verbracht wird.
Das Wetter ist dabei besonders wichtig. Phú Quốc beispielsweise gehört zu den bekanntesten Strandzielen Vietnams. Laut Vietnam Tourism ist die Insel von Juli bis September stärker von Regen, Sturm und hoher Luftfeuchtigkeit geprägt, während die Bedingungen von Oktober bis Juni deutlich sonniger sind.
Kambodscha folgt wiederum einem tropischen Monsunklima. Die offizielle Tourismusseite des Landes beschreibt Juni bis Oktober als Regenzeit und November bis Februar als kühlere Trockenzeit.
Das bedeutet nicht, dass eine Reise während der Regenzeit nicht möglich ist. Aber ein DMC muss wissen, welche Erwartungen realistisch sind und welches Küstenziel unter den jeweiligen Bedingungen tatsächlich sinnvoll ist.
Pham Ha: Genau. Es geht nicht darum, zwei Strandziele grundsätzlich auszuschließen. Es geht darum, sie nicht automatisch miteinander zu verbinden.
Nehmen wir einen Reisenden, der nach einer intensiven Vietnam-Kambodscha-Reise drei oder vier Tage Erholung sucht. Wenn wir ihn für einen zusätzlichen Strandaufenthalt mehrere Stunden weiterreisen lassen, kann die Reise zwar auf dem Papier abwechslungsreicher aussehen. Tatsächlich verliert der Gast aber möglicherweise genau das, was er gesucht hat: Ruhe.
Bei einer privaten Luxusreise ist Zeit eine besonders wertvolle Ressource. Deshalb sollte ein DMC nicht nur fragen: „Was können wir noch hinzufügen?“, sondern auch: „Was können wir weglassen, damit die Reise besser wird?“
Pham Ha: Die Strandkomponente sollte nicht am Ende einfach an eine bestehende Rundreise angehängt werden. Sie sollte von Anfang an Teil der Gesamtplanung sein.
Wenn beispielsweise Kultur und Natur den ersten Teil der Reise bestimmen, kann der Strand einen bewussten Kontrast schaffen. Dann braucht der Reisende vielleicht keinen zweiten Strand, sondern einen Ort, an dem er wirklich abschalten kann.
Für andere Gäste kann dagegen gerade der Wechsel zwischen zwei Küstenlandschaften interessant sein. Entscheidend ist, dass jeder Aufenthalt einen eigenen Sinn hat und nicht nur deshalb aufgenommen wird, weil er verfügbar ist.
Eine gute Vietnam & Kambodscha Rundreise und Baden sollte deshalb nicht nach einem festen Schema funktionieren. Sie muss zur Reisezeit, zum Reisestil und vor allem zum Menschen passen, der sie unternimmt.
Pham Ha: Ein DMC sollte mehr tun, als einzelne Leistungen zu buchen. Unsere Aufgabe ist es, die Reise als Ganzes zu verstehen und zu beurteilen, wie sich die einzelnen Elemente tatsächlich miteinander verbinden lassen.
Wir kennen die Bedingungen vor Ort, arbeiten mit lokalen Partnern und sehen, wie sich Transfers, Hotels, Aktivitäten und Reisezeiten in der Praxis aufeinander auswirken. Das ermöglicht uns auch, einen Wunsch des Kunden manchmal anders zu interpretieren.
Wenn jemand sagt: „Ich möchte zwei verschiedene Strände“, meint er vielleicht eigentlich: „Ich möchte nach der Rundreise zwei verschiedene Arten von Erholung erleben.“
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Vielleicht braucht dieser Reisende keinen zweiten Küstenort, sondern mehr Zeit in einem besonderen Resort, eine private Bootsfahrt zum Sonnenuntergang oder eine Kombination aus Natur und Wellness. Genau diese Übersetzung eines Reisewunsches in ein stimmiges Erlebnis gehört für mich zur Arbeit eines DMC.
Pham Ha: Ja. Luxus bedeutet für mich nicht, möglichst viele Orte oder Leistungen in eine Reise zu integrieren. Luxus bedeutet, dass die Reise zum Menschen passt.
Ein hochwertiger Strandaufenthalt kann sehr bewusst einfach sein: ein besonderer Ort, ein gutes Hotel, ausreichend Zeit, ein schöner Abend und kein unnötiger Transfer. Wenn der Reisende danach wirklich das Gefühl hat, zur Ruhe gekommen zu sein, ist das wertvoller als ein zusätzlicher Stempel auf der Landkarte.
Das gilt besonders für Gäste, die bereits viel gereist sind. Sie suchen häufig nicht nach möglichst vielen neuen Orten, sondern nach Erfahrungen, die sich persönlich richtig anfühlen.
Pham Ha: Ich glaube, dass die Nachfrage stärker in Richtung Qualität und Individualisierung gehen wird. Reisende möchten nicht nur wissen, welche Strände schön sind. Sie möchten wissen, welcher Strand zu ihrer Reisezeit, ihrem persönlichen Rhythmus und ihren Interessen passt.
Das verlangt von einem DMC mehr lokale Kenntnis und auch mehr Bereitschaft, ehrlich zu beraten. Manchmal besteht die beste Empfehlung darin, einen zusätzlichen Ort nicht aufzunehmen.
Gerade Vietnam und Kambodscha bieten eine enorme Vielfalt an Küsten, Landschaften, Kulturen und Erlebnissen. Die Kunst besteht deshalb nicht darin, möglichst viele davon miteinander zu verbinden. Sie besteht darin, diejenigen auszuwählen, die gemeinsam eine Reise ergeben, die sich logisch, entspannt und persönlich anfühlt.
„Eine wirklich individuelle Reise erkennt man nicht daran, wie viele Orte auf der Route stehen. Man erkennt sie daran, dass jeder Ort einen Grund hat, dort zu sein“, sagt Dr. Pham Ha.
Für erfahrene DMCs liegt die Herausforderung damit weniger darin, immer neue Destinationen zu verkaufen, sondern darin, bessere Entscheidungen für den Reisenden zu treffen. Gerade bei einer Kombination aus Vietnam, Kambodscha und Strand kann diese Fähigkeit den Unterschied zwischen einer vollen Reiseroute und einer wirklich gut komponierten Reise ausmachen.
Lux Travel DMC wurde 2005 gegründet und ist ein in Vietnam ansässiger Destination Management Company-Spezialist für maßgeschneiderte private Luxusreisen in Vietnam und Südostasien. Das Unternehmen entwickelt individuelle Reisen für internationale Gäste und verbindet lokale Expertise mit persönlichem Service, authentischen Erlebnissen und verantwortungsbewusstem Tourismus. Als Teil der LuxGroup arbeitet Lux Travel DMC mit ausgewählten lokalen Partnern und Gemeinschaften zusammen, um hochwertige Reisen zu gestalten, die Kultur, Natur und individuelle Reiseinteressen miteinander verbinden. Weitere Informationen unter luxtraveldmc.com.
