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Pasantía Pscicología Clínica

Praktikum Klinische Psychologie in Argentinien, 2015

Pasantía en una Clínica de Día para el Tratamiento de Disfunciones Alimenticias

Alles in allem bin ich mit meinem Praktikum bei der Tagesklinik für Essstörungen zufrieden. Ich konnte dort, eine interessante und effektive Therapie der Essstörungen kennenlernen und meine eigenen Ideen einbringen. Wie zu erwarten wird man in einem Praktikum in einem anderen Land neben den neuen Aufgaben auch mit der fremden Kultur konfrontiert:

Oft fühlte ich mich hin und hergerissen zwischen völliger Unterforderung und leichter Überforderung. Zum einen wurden mir zu Beginn (Orientierungswoche) nur sehr wenige Aufgaben gegeben und ich hatte eine hohe Unsicherheit, welche Dinge ich durfte und welche nicht. So wurde mir das Wiegen zum Beispiel am ersten Tag gezeigt und ich führte es im Beisein der Psychologinnen durch, wobei mir bald keine Beachtung mehr geschenkt wurde. Als wenig später ein Mädchen zu mir kam, das sich verspätet hatte, wog ich dieses, obwohl gerade nur die Psychiaterin mit mir im Büro war.

Erst am nächsten Tag erfuhr ich, dass ich erst nach einer Woche alleine wiegen durfte. Wie aus Deutschland gewohnt, versuchte ich so schnell wie möglich selbst Verantwortung zu übernehmen, hätte jedoch besser öfters nochmal nachgefragt.

 

Gutes Spanischniveau ist wichtig

Auch aufgrund der Sprache traten ab und zu Missverständnisse auf, die jedoch immer schnell behoben wurden. Dennoch würde ich mindestens ein B1 Niveau für da Praktikum empfehlen. Anfangs befürchtete ich, dass ich wenig für mein Studium Relevantes lernen würde, da mir kaum Aufgaben und Verantwortung gegeben wurden.

Nach wenige Wochen fand ich jedoch mehr und mehr interessante Tätigkeiten und begann die Freiheiten zu Nutzen an meinem eigenen Training zu arbeiten oder viel Literatur zum Thema Essstörungen zu lesen. In dem Workshop, den ich vorbereitet hatte, wurde ich ins kalte Wasser geworfen und sollte von Anfang an die Gruppe alleine anleiten. Die zwei anwesenden Psychologinnen griffen mir dabei unterstützend unter die Arme. Durch diese Situation konnte ich unglaublich viel lernen.

 

Unbezahlbare Erfahrung ein Praktikum in einem fremden Land zu machen

Auch wenn ich dies nicht von Anfang an so empfand, war es eine unbezahlbare Erfahrung ein Praktikum in einem fremden Land zu machen. Mir gefiel der starke Zusammenhalt der argentinischen Familien und die Gelassenheit, mit der sich die Psychologinnen und die Patienten Zeit nehmen, de n Problemen und Schwierigkeiten , die in der Therapie auftraten, entgegenzutreten. Während in Deutschland schnelle Lösungen gefragt sind und das Leistungsdenken im Vordergrund steht, hatte ich dort das Gefühl, dass alles seine Zeit hat und die psychische Gesundheit gegenüber Schule oder Arbeit priorisiert wurde.

Luise O.
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